Britische KI-Prognose von 400 Milliarden Pfund stammte aus Google-Auftragsstudie

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Die britische Regierung hat fast zwei Jahre lang ein KI-Wachstumspotenzial beworben, das deutlich über ihrer eigenen Schätzung liegt. Die höhere Prognose stammte aus einer Google-Auftragsstudie. Nun verweist der zuständige Minister auf wesentlich niedrigere Erwartungen und erhebliche Unsicherheit bei der Berechnung.

KI-Minister Kanishka Narayan bezifferte das zentrale Wachstumspotenzial durch KI-Einführung und Dateninvestitionen bis 2030 auf 120 Milliarden Pfund. Die Spanne reiche von 55 bis 140 Milliarden Pfund. Das berichtete WIRED am 4. November 2026 unter Berufung auf seine parlamentarische Antwort. Die zuvor verwendeten 400 Milliarden Pfund entstammten einer 2023 von Google beauftragten Studie. Erstellt hatte sie die Beratung Public First, heute PF Global. Narayan bezeichnete auch die neuere Schätzung als erheblich unsicher.

Minister kannten niedrigere Schätzung bereits

Britische Behörden und Ministerien verwendeten den höheren Wert fast zwei Jahre lang unter zwei Regierungen. Seit mindestens November 2025 kannten Minister bereits die niedrigere Schätzung. Dennoch veröffentlichte die Ausbildungsbehörde Skills England den alten Wert noch vier Monate später. Narayans Antwort zog die frühere Prognose weder zurück noch bezeichnete er sie als falsch. Der konservative Lord Holmes, Mitglied des Oberhauses, hatte bereits im Januar 2025 erfolglos nach deren Herkunft gefragt.

Langsame KI-Einführung verändert die Annahmen

Jonathan Dupont, Wirtschaftsleiter von PF Global, erklärte die Abweichung teilweise mit einer langsameren KI-Einführung als ursprünglich angenommen. Die Regierungsrechnung unterstelle eine deutlich geringere Verbreitung als das frühere Modell. Angesichts der tatsächlichen Entwicklung liege inzwischen auch die zentrale Erwartung seiner Beratung näher am Regierungswert. Das grundsätzliche Potenzial der Technologie bewerte PF Global unverändert; stärkeres Wachstum erwarte die Beratung in den Folgejahren.

Chi Onwurah, Vorsitzende des Wissenschafts- und Technologieausschusses im Unterhaus, warnte gegenüber WIRED vor übertriebenen Nutzenversprechen. Diese gefährdeten die Begründung für Veränderungen in öffentlichen Diensten. Sumedha Deshmukh von der britischen Forschungseinrichtung Ada-Lovelace-Institut kritisierte den Einfluss industriefinanzierter Forschung auf politische Entscheidungen. PF Global erklärte, die Zusammenarbeit mit Google dauere an; sämtliche Forschungsurteile und Annahmen treffe die Beratung unabhängig.

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