US-Regierung sperrt Anthropics Claude Fable 5 und Mythos 5 weltweit

US-Regierung sperrt Anthropics Claude Fable 5 und Mythos 5 weltweit
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Die US-Regierung hat Anthropic am 12. Juni 2026 gezwungen, zwei seiner leistungsstärksten KI-Modelle abzuschalten. Der Eingriff trifft mit Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 ausgerechnet die Modelle, die Anthropic als besonders sicher und zugleich besonders leistungsfähig positioniert hatte.

Wie TechCrunch am 12. Juni berichtete, erhielt Anthropic die Anordnung am Freitag um 17:21 Uhr Eastern Time. Der Anbieter musste den Zugang zu Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 sofort weltweit sperren. Anthropic erklärte auf X, der Anordnung nachgekommen zu sein, widersprach aber der Begründung. Betroffen sind laut Bericht alle Nutzer, obwohl sich die Exportkontrollmaßnahme formal gegen ausländische Staatsangehörige richtet. Andere Claude-Modelle bleiben verfügbar.

Exportkontrolle statt Teilbeschränkung

Brisant ist der Schritt vor allem wegen Mythos 5. Anthropic hatte das Modell Anfang April 2026 vorgestellt und den Zugang stark begrenzt. Nach Unternehmensangaben fand Mythos 5 Schwachstellen in allen getesteten großen Betriebssystemen und Webbrowsern. Deshalb lief das Modell nur im Programm Project Glasswing mit rund 50 geprüften Organisationen. Zu den genannten Teilnehmern zählen Amazon, Apple, Google, Microsoft und CrowdStrike. Für Unternehmen mit KI-gestützter Sicherheitsanalyse fällt damit ein Werkzeug weg, das ausdrücklich für defensive Cybersecurity vorgesehen war.

Fable 5 war erst drei Tage vor dem Eingriff veröffentlicht worden. Anthropic beschrieb das Modell als abgesicherte Variante von Mythos 5 mit Guardrails gegen riskante Antworten in Bereichen wie Cybersecurity und Biologie. Laut dem im TechCrunch-Bericht zitierten Benchmark-Anbieter Vals AI war Fable 5 damit das leistungsfähigste öffentlich verfügbare Modell. Für Anwender ist relevant, dass die Sperre nicht nur ein Forschungssystem betrifft, sondern ein gerade gestartetes kommerzielles Produkt.

Streit um einen Jailbreak

Anthropic führt die Maßnahme auf einen angeblichen Jailbreak von Fable 5 zurück. In einem von TechCrunch zitierten Blogbeitrag erklärte das Unternehmen, die Regierung habe bislang nur mündliche Hinweise auf einen „potential narrow, non-universal jailbreak“ geliefert. Gemeint sei ein Prompt, der das Modell dazu bringe, einen bestimmten Codebestand zu lesen und Softwarefehler zu identifizieren. Anthropic hält das nicht für ausreichend. „We disagree“, erklärte der Anbieter laut Bericht zur Begründung für den Rückruf.

Sicherheitslogik greift nicht mehr

Anthropic argumentiert zudem, die wichtigsten Schutzmechanismen liefen über unabhängige Klassifikatoren außerhalb des eigentlichen Modells. Selbst wenn ein Modell eine Ablehnung umgehe, blieben die gefährlichsten Ausgaben blockiert. Nach Darstellung des Unternehmens war das der Kern seiner Sicherheitsarchitektur. Die US-Regierung ließ sich davon nicht überzeugen. Die Abschaltung von Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 galt laut TechCrunch ab Freitagabend, dem 12. Juni 2026, mit sofortiger Wirkung.

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