US-Kommission beschreibt Chinas Datapolitik als staatlich gelenkten Aufbau eines Datenmarkts
China baut Daten seit 2020 systematisch zu einem Produktionsfaktor aus. Ein neuer Bericht der US-China Economic and Security Review Commission beschreibt, wie Peking daraus einen staatlich gelenkten Markt formt und Daten zugleich für Wirtschaft, KI und Sicherheitsapparate nutzbar macht.
Die US-China Economic and Security Review Commission veröffentlichte den Bericht am 18. August 2026. Darin heißt es, China habe Daten 2020 offiziell als „factor of production“ eingestuft. Laut der Kommission folgten 2022 „a sweeping development framework“ und bis 2026 staatlich geführte Datenaustauschplätze, neue Bilanzierungsregeln für Daten und Pilotprogramme, die Daten als Ressource behandeln.
Daten als strategische Ressource
Der Bericht verknüpft die Datapolitik ausdrücklich mit mehreren Zielen. Peking nutze Daten demnach, um Produktivität zu steigern, KI- und Technologieziele zu stützen sowie Aufklärung und militärische Fähigkeiten zu verbessern. Wörtlich schreibt die Kommission, „commercial gains are one facet of a wider contest with the United States over data as a source of national power“. Als Teil dieser Linie würden lokale Regierungen Anreize erhalten, Daten einzusetzen, zu kommerzialisieren und zu monetarisieren.
Zugleich ordnet die Kommission die Entwicklung in den Kurswechsel seit 2020 ein. Nach dem gestoppten Börsengang der Ant Group und dem Vorgehen gegen große Plattformen habe die chinesische Führung die private Datennutzung stärker unter staatliche Aufsicht gestellt. Genannt werden dabei die Cyberspace Administration of China sowie eine Phase von drei Jahren, in denen große Technologiekonzerne unter besonderem Druck standen.
Knappes Trainingsmaterial im Fokus
Besonders relevant ist laut Bericht die Jagd auf Daten, die nicht frei aus dem offenen Web abgeschöpft werden können. Die Kommission schreibt, der offene Webraum sei als Trainingsressource „largely exhausted“. Wettbewerbsvorteile lägen deshalb bei Unternehmens-, Betriebs- und physischen Weltdaten. Genau auf diese Kategorien zielten Chinas Datenaustauschplätze, Bilanzierungsregeln und Industrieprogramme.
Kommerzialisierung unter Aufsicht
Der Bericht nennt bereits erste Erfolge. Dazu zählen die Einführung offizieller Infrastruktur für Datenaustausch und veröffentlichte Anwendungsfälle für Datennutzung. Gleichzeitig verweist die Kommission auf Probleme mit geringer Datenqualität und Zurückhaltung privater Firmen. Dennoch habe China die Politik weiter angepasst, um mehr Beteiligung an der Datenwirtschaft zu erreichen. Veröffentlicht wurde der Bericht am 18. August 2026 auf uscc.gov.
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