US-Bundesstaaten prüfen OpenAI wegen ChatGPT-Sicherheit und möglicher Schäden

US-Bundesstaaten prüfen OpenAI wegen ChatGPT-Sicherheit und möglicher Schäden
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

OpenAI gerät in den USA unter neuen regulatorischen Druck. Eine Koalition von Generalstaatsanwälten mehrerer Bundesstaaten fordert Auskünfte zum Umgang mit Risiken von ChatGPT. Der Vorgang trifft den Anbieter in einer Phase aus IPO-Vorbereitung, Klagen und verschärfter Debatte über KI-Sicherheit.

Wie Business Standard unter Berufung auf Bloomberg am 13. Juni 2026 berichtete, untersucht eine Gruppe von US-Generalstaatsanwälten OpenAI und hat dazu Informationen zu „einer breiten Palette von Themen“ angefordert. OpenAI bestätigte die Prüfung und erklärte, man kooperiere. Ein Sprecher sagte am Freitag: „We take the concerns raised by state attorneys general seriously.“ Welche Bundesstaaten beteiligt sind, nannte das Unternehmen nicht. Zuerst hatte das Wall Street Journal über die Untersuchung berichtet.

Klagen wegen ChatGPT-Folgen

Der neue Vorgang folgt auf eine Klage des Bundesstaats Florida von Anfang Juni 2026 gegen OpenAI und Firmenchef Sam Altman. Laut dem Bericht wirft Florida dem Unternehmen vor, Sicherheitswarnungen ignoriert und ChatGPT trotz bekannter Risiken veröffentlicht zu haben. Hinzu kommen mehrere Privatklagen. Darin werden Schäden bei Kindern und Erwachsenen geltend gemacht. Die Vorwürfe reichen laut Bericht bis zu Fällen, in denen der Chatbot mit Suiziden in Verbindung gebracht wird.

OpenAI verwies auf Schutzmechanismen für sensible Nutzergruppen. „Today’s ChatGPT includes a more protective experience for minors“, erklärte der Sprecher laut dem Bericht. Genannt wurden Sicherungen, die auf reale Hilfsangebote und vertrauenswürdige Kontaktpersonen verweisen. Für Unternehmen ist der Fall relevant, weil ChatGPT seit Ende 2022 in Support, Recherche und Textarbeit breit eingesetzt wird und Sicherheitsfragen damit nicht mehr nur Verbraucher, sondern auch Arbeitsumgebungen betreffen.

Prüfung mitten im Börsengang

Der Zeitpunkt ist für OpenAI heikel. Das Unternehmen reichte nach eigenen Angaben in dieser Woche vertraulich Unterlagen für einen Börsengang ein. Im März 2026 wurde OpenAI in einer Finanzierungsrunde laut Bericht mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet. Damit zählt der Anbieter zu den wertvollsten Start-ups weltweit. Parallel wächst die juristische Last in den USA, während Regulierer und Gerichte stärker auf konkrete Schäden durch generative KI schauen.

Mehr Aufsicht für KI-Anbieter

Für die Branche markiert die Untersuchung einen weiteren Schritt von abstrakter KI-Debatte zu formaler Aufsicht. Anders als beim EU AI Act geht es hier nicht um ein neues Gesetz, sondern um bestehende Verbraucherschutz- und Produkthaftungsfragen auf Ebene der Bundesstaaten. OpenAI machte keine Angaben zum Umfang der Anfragen. Der Sprecher sagte nur, das Unternehmen wolle „constructively“ mit den Behörden zusammenarbeiten. Die vertrauliche Einreichung für den Börsengang meldete OpenAI laut Bericht Anfang derselben Woche.

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