US-Behörden werfen DeepSeek und Alibaba massenhafte Modellextraktion vor
US-Behörden werfen sechs chinesischen KI-Unternehmen systematische Wissensdestillation vor, also die Übertragung von Fähigkeiten amerikanischer Spitzenmodelle auf andere Modelle. Milliarden Texteinheiten seien über Millionen Anfragen abgegriffen worden. Betroffen seien Varianten von Claude, GPT, Gemini und Grok.
Die gemeinsame Sicherheitswarnung von CISA, NSA und FBI erschien am 8. September 2026. Sie nennt DeepSeek, Moonshot AI, Alibaba, MiniMax, StepFun und Z.AI. Die Kampagnen liefen demnach mindestens seit Ende 2024.
Umwege über Vermittler
Die Unternehmen nutzten laut CISA reguläre Programmierschnittstellen, entfernte Cloud-Anbieter und externe Vermittler. Sogenannte Transferstationen verschleierten Metadaten und umgingen geografische Beschränkungen. Gemeinsam genutzte Premium-Abonnements senkten zusätzlich die Kosten. Automatische Ausweichmechanismen wechselten bei Sperren zwischen verschiedenen Zugangswegen. Ausgeklügelte Bewertungsverfahren sollten erkennen, ob die US-Anbieter Abwehrmaßnahmen gegen die Datenabgriffe eingesetzt hatten.
DeepSeek zielte zwischen Ende 2024 und Mitte 2025 auf Fähigkeiten mehrerer Modelle. Dazu gehörten Claude 3.7, Claude Sonnet 4.5, Gemini 2.5 Pro Preview, GPT-5 und Grok 4. Das Unternehmen verwendete die gewonnenen Daten laut den Behörden für die eigenen Modelle R1 und V3. Die öffentlich genannten Schulungskosten von 5,6 Millionen US-Dollar berücksichtigten diese Datenbeschaffung nicht.
Mehrere Modellfamilien betroffen
Moonshot AI extrahierte seit mindestens Mitte 2025 Daten amerikanischer Spitzenmodelle. Claude Fable 5 diente demnach der Schulung des hauseigenen Modells Kimi-K3. Daten aus GPT-4o flossen in das hauseigene Modell Kimi-K2. Alibaba nutzte Ende 2025 unter anderem Claude-4 und GPT-5. Damit verbesserte das Unternehmen Softwareentwicklung, Kundendienst-Dialoge und Bilderzeugung seiner Modelle.
MiniMax verwendete Ende 2025 Claude Code, Claude Sonnet 4 und Gemini 3 Pro für sein eigenes Modell M2. Das Unternehmen setzte dabei auch manipulierte Aufgabenanweisungen gegen Claude Code ein. StepFun griff zwischen Ende 2025 und Anfang 2026 unter anderem auf GPT-5.2 und Claude Haiku 4.5 zurück, um das eigene Modell Step 4 zu verbessern. Z.AI hatte bis Mitte 2026 Milliarden Texteinheiten aus GPT-5.5 und Claude Opus 4.8 destilliert.
Behörden fordern gemeinsame Erkennung
CISA, NSA und FBI empfehlen amerikanischen KI-Anbietern drei unmittelbare Maßnahmen. Anbieter sollen auffällige Eingaben, Konten, Netzwerke und Nutzungsmuster erkennen. Bei mutmaßlichen Extraktionsversuchen sollen sie Antworten gezielt verändern. Zudem sollen Modellanbieter, Cloud-Plattformen und Schnittstellenvermittler Erkenntnisse austauschen.
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