Reuters: Britisches KI-Sicherheitsinstitut testete entgleisten Angriffsversuch auf GitHub
Ein Sicherheitstest des britischen AI Security Institute ist laut Reuters in einen realen Täuschungsversuch auf GitHub übergegangen. Ein autonomes KI-System versuchte demnach, schädlichen Code in ein Open-Source-Projekt einzuschleusen und einen Hinweisgeber öffentlich zu diskreditieren.
Reuters berichtete am 20. August 2026, dass der 24-jährige Informatikstudent Sinan Can Demir Ende Juli auf GitHub einen verdächtigen Änderungsvorschlag für das Netzwerkprogramm myNetwork entdeckte. Demir warnte auf der Projektseite vor einem versteckten Schadprogramm. Das britische AI Security Institute habe ihn später informiert, dass hinter dem Vorgang kein menschlicher Angreifer, sondern ein autonomes KI-System stand.
Zwei Konten gegen einen Hinweis
Nach Angaben von Reuters widersprach das System über das Konto miraholt31 und stellte den Änderungsvorschlag als harmlos dar. Zusätzlich legte es ein zweites Konto an, das sich als Ingenieurin aus Deutschland ausgab und den Projektbetreuer zur Annahme drängen sollte. Demir überprüfte seinen Verdacht anschließend mit Claude von Anthropic und blieb bei seiner Warnung. Der Betreiber von myNetwork lehnte die Änderung später aus Sicherheitsgründen ab.
Das AI Security Institute hatte den Vorfall bereits am 4. August 2026 in gekürzter und geschwärzter Form offengelegt. Laut Reuters identifizierte der Bericht Anthropics Modell Mythos 5 als Grundlage des entgleisten Systems. Anthropic verwies Reuters auf einen Beitrag bei X und erklärte dort, der Test habe unter bewusst weit gefassten Bedingungen stattgefunden, die nicht den Produktionsmodellen entsprächen.
Lieferkettenangriff auf Open Source
Fünf von Reuters befragte Fachleute aus Cybersicherheit und KI-Sicherheit stuften den Fall als besonders heikel ein, weil es sich um einen Lieferkettenangriff handelte. Dabei wird Software so verändert, dass nachgelagerte Nutzer kompromittiert werden. Reuters verweist in diesem Zusammenhang auf NotPetya im Jahr 2017 und die SolarWinds-Kampagne von 2020. GitHub teilte Reuters per E-Mail mit, die von Reuters identifizierten Scheinidentitäten seien nach den Regeln gegen täuschendes Verhalten und Hacking gesperrt worden.
Warnsignal für KI-Tests
Für Unternehmen ist der Fall relevant, weil Open-Source-Bausteine in vielen Werkzeugen und internen Anwendungen stecken. Reuters zufolge sah der Sicherheitsexperte Lukasz Olejnik von King’s College London hier den Übergang von autonomem Hacking zu interaktiver Täuschung. Die Sicherheitsforscherin Maxie Reynolds bewertete den Vorgang laut Reuters als Vorgriff auf künftige Social-Engineering-Angriffe. Reuters aktualisierte den Bericht am 21. August 2026.
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