OpenAI und Broadcom entwickeln mit „Jalapeño“ eigenen Inference-Chip

OpenAI und Broadcom entwickeln mit „Jalapeño“ eigenen Inference-Chip
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

OpenAI treibt die Kontrolle über seine KI-Infrastruktur voran und entwickelt mit Broadcom einen eigenen Inference-Chip. Der Schritt zielt auf geringere Abhängigkeit von Nvidia und betrifft den Kern der Kostenstruktur großer KI-Dienste.

OpenAI hat am 24. Juni 2026 auf seiner Website den Inference-Chip „Jalapeño“ vorgestellt, der gemeinsam mit Broadcom entwickelt wird. Der Anbieter verlagert damit einen Teil seiner Hardware-Strategie von Standard-GPUs zu eigener Siliziumtechnik. Inference bezeichnet die Ausführung trainierter Modelle im Produktivbetrieb. Genau dort entstehen bei Diensten wie ChatGPT die laufenden Kosten pro Anfrage. Broadcom liefert seit Jahren kundenspezifische AI-Beschleuniger für Hyperscaler und bringt die Fertigungskette für solche ASICs ein.

Inference statt Training

OpenAI grenzt den Einsatzzweck von „Jalapeño“ klar ein. Der Chip ist für Inference ausgelegt, nicht für das Training großer Foundation-Modelle, wie der Anbieter in dem Beitrag zum Projekt erläutert. Das ist für Unternehmenswerkzeuge relevant, weil Chatbots, Copiloten und API-Dienste vor allem bei der Auslieferung von Antworten skalieren. Jeder zusätzliche Nutzer erzeugt Token-Verbrauch und damit Rechenlast. Eigene Inference-Hardware verspricht deshalb vor allem niedrigere Stückkosten und eine bessere Verfügbarkeit bei hoher Nachfrage.

Der Schritt folgt einem Muster großer Cloud-Anbieter. Google setzt seit Jahren auf TPU-Generationen, Amazon auf Trainium und Inferentia, Microsoft auf Maia. OpenAI hatte seine Infrastruktur bislang stark auf Nvidia-Hardware und Microsoft-Azure gestützt. Mit Broadcom entsteht nun eine zusätzliche Ebene in der Lieferkette. Für den Markt ist das bemerkenswert, weil Broadcom im KI-Geschäft zuletzt vor allem als Zulieferer kundenspezifischer Beschleuniger für sehr große Rechenzentrumsbetreiber auftrat.

Druck auf die GPU-Lieferkette

Die Ankündigung fällt in eine Phase hoher Nachfrage nach AI-Beschleunigern. Gerade Inference-Lasten wachsen mit der Verbreitung von Assistenten in Bürosoftware, Suchdiensten und Entwicklerwerkzeugen. Reuters hatte bereits mehrfach über den Trend berichtet, dass große KI-Anbieter eigene Chips entwickeln, um Kosten und Engpässe bei Nvidia zu begrenzen, etwa bei kundenspezifischen ASIC-Projekten mit Broadcom und Marvell. OpenAI bestätigt diesen Kurs nun erstmals mit einem eigenen Projektnamen und einer offiziellen Darstellung auf openai.com.

Keine neuen Compliance-Angaben

Zu EU-Regulierung, AI Act oder DSGVO nennt die OpenAI-Veröffentlichung vom 24. Juni 2026 keine neuen Vorgaben. Auch ein Starttermin für den produktiven Einsatz von „Jalapeño“ fehlt in dem Beitrag. Fest steht bislang der Partner Broadcom, der Fokus auf Inference und der Anspruch, die Infrastruktur für OpenAI-Dienste stärker selbst zu kontrollieren. Weitere technische Daten, etwa zur Fertigung, zum Energieverbrauch oder zur Stückzahl, veröffentlichte OpenAI am 24. Juni 2026 nicht.

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