Mediengutachten warnt vor wirtschaftlichem Druck durch KI und Plattformen

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Ein Gutachten im Auftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio untersucht die wirtschaftliche Zukunft der deutschen Medienbranche. Die Autoren sehen KI-Anwendungen und internationale Plattformen als Belastung für private Anbieter und fordern wirksamere Regulierung sowie stärkere Kooperationen.

Christian Zabel von der TH Köln und Ulrike Rohn von der Universität Tallinn präsentierten die Untersuchung am 22. Oktober 2026. Anlass waren die Medientage München. Das Gutachten zum deutschen Medienmarkt beschreibt vier mögliche Entwicklungspfade bis 2035, keine feststehende Prognose. Grundlage bilden 34 Interviews mit Vertretern aus Medienwirtschaft, Journalismus, Wissenschaft, Medienpolitik und digitaler Plattformökonomie, also der Wirtschaft rund um große Internetplattformen.

Plattformdominanz als wirtschaftliches Risiko

Nach Einschätzung von Zabel und Rohn verändert sich die Branche in sämtlichen Szenarien grundlegend. Internationale Technologiekonzerne könnten ohne entschlossenes politisches Handeln den deutschen Markt dominieren. Nationale private Medienanbieter gerieten dadurch zunehmend unter Druck, teilweise bis zur Existenzbedrohung. Rohn erwartet in den Szenarien, dass Medienvielfalt und journalistische Arbeitsplätze verloren gehen und weniger Inhalte in Deutschland entstehen. Das Gutachten sieht wenige Anzeichen einer selbstständigen wirtschaftlichen Erholung.

Öffentlich-rechtliche Anbieter als Auftraggeber

Zabel sieht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als verlässlichen Auftraggeber, Kooperationspartner und Wegbereiter gemeinsamer Standards und Infrastrukturen. Eine starke Stellung dieser Anbieter sichere in den Szenarien journalistische Qualität, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Medienvielfalt am besten. Die Autoren verlangen außerdem bessere digitale Rahmenbedingungen und wirksame Regeln für globale Plattformen. Die Untersuchung berücksichtigte 51 Zukunftstrends; zu den befragten Organisationen gehörten RTL, Netflix, Bavaria, Studio Hamburg, der Zeitungsverlegerverband BDZV und der Privatmedienverband Vaunet.

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