Matt Clifford gibt ARIA-Vorsitz nach Wechsel zu Anthropic ab

Matt Clifford gibt ARIA-Vorsitz nach Wechsel zu Anthropic ab
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Matt Clifford will den Vorsitz der britischen Agentur für fortgeschrittene Forschung und Erfindungen ARIA niederlegen. Damit reagiert er auf Bedenken wegen seiner neuen leitenden Funktion beim KI-Unternehmen Anthropic.

Clifford teilte seine Entscheidung am Montag über LinkedIn mit. Nach Angaben von The Register bat ihn der zuständige Minister, bis zum 6. November im Amt zu bleiben, während ein neuer Vorsitz bestimmt wird. Clifford stimmte dem unter der Voraussetzung angemessener Vorkehrungen gegen mögliche Interessenkonflikte während dieser Übergangszeit zu.

Geplante Doppelfunktion stieß auf Kritik

Anthropic hatte Clifford in der Vorwoche zum Geschäftsführer für internationale Angelegenheiten ernannt. In dieser Funktion soll er die Zusammenarbeit des Unternehmens mit Regierungen außerhalb Nordamerikas leiten. Zunächst hatte Clifford vorgesehen, parallel dazu Vorsitzender von ARIA zu bleiben.

ARIA ist eine aus Steuermitteln finanzierte britische Agentur, die risikoreiche wissenschaftliche und technologische Forschung fördert. Dazu gehören auch Vorhaben im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die Überschneidung mit Cliffords neuer Aufgabe bei Anthropic löste deshalb Bedenken im britischen Parlament aus.

Dame Chi Onwurah, Labour-Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft, Innovation und Technologie im Unterhaus, hatte die geplante Doppelfunktion als eindeutigen Interessenkonflikt bewertet. Sie begrüßte Cliffords Rückzugsentscheidung, sieht aber weiterhin Klärungsbedarf zur Entstehung und Genehmigung der ursprünglichen Regelung.

Fragen zu Prüfung und Schutzvorkehrungen

Onwurah hatte die Regierung bereits in der Vorwoche um Auskunft darüber gebeten, welche Prüfungen möglicher Interessenkonflikte vorgenommen wurden und welche Vorkehrungen das Vertrauen in die Leitung von ARIA schützen sollen. Laut The Register erwartet sie in den kommenden Wochen eine ausführliche Antwort.

Einfluss auf die britische KI-Politik

Clifford hatte seinen ersten vollständigen Amtszeitraum als ARIA-Vorsitzender im Vormonat abgeschlossen. Darüber hinaus wirkte er am Aufbau der Arbeitsgruppe für fortgeschrittene KI (Frontier AI Taskforce) mit, aus der später das Institut für KI-Sicherheit hervorging. Er arbeitete zudem am britischen Gipfel zur KI-Sicherheit von 2023 und verfasste den Aktionsplan der Regierung für KI-Chancen.

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