KPMG zieht KI-Bericht nach erfundenen Fallstudien zu UBS, NHS und SBB zurück

KPMG zieht KI-Bericht nach erfundenen Fallstudien zu UBS, NHS und SBB zurück
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

KPMG hat einen Bericht zum KI-Einsatz in Unternehmen nachweislich mit erfundenen Fallstudien veröffentlicht und teils wieder entfernt. Der Vorfall trifft ausgerechnet eine Beratung, die Unternehmen beim produktiven und regelkonformen Einsatz generativer KI begleiten will.

Der Bericht trug den Titel „Redefining excellence in the age of agentic AI“ und erschien vor dem 14. Juni 2026 bei KPMG. Wie The Decoder unter Verweis auf die Financial Times berichtet, enthielt das Papier falsche Darstellungen über den KI-Einsatz bei UBS, dem britischen Gesundheitsdienst NHS, den Schweizerischen Bundesbahnen und Transport for London. Alle vier Organisationen widersprachen den Aussagen. KPMG entfernte den Bericht daraufhin von einigen Webseiten.

Erfundene Referenzen in Fallstudien

Die Fehler wurden laut The Decoder von der Forschungsgruppe GPTZero aufgedeckt und anschließend von der Financial Times überprüft. Besonders heikel ist der Fall, weil Beratungsberichte in vielen Unternehmen als belastbare Sekundärquelle gelten. GPTZero-Chef Edward Tian erklärte laut Bericht, solche Fehler verbreiteten „Sekundär-Halluzinationen“. Gemeint sind falsche Inhalte, die aus vermeintlich vertrauenswürdigen Dokumenten erneut von Menschen oder KI-Systemen übernommen werden.

Damit reicht der Schaden über den einzelnen Bericht hinaus. Fallstudien aus Beratungsunterlagen landen oft in Präsentationen, Ausschreibungen und internen Strategiepapieren. Wenn diese Beispiele frei erfunden sind, geraten auch Folgeentscheidungen unter Druck. Für Anbieter von KI-Tools wie Microsoft Copilot, ChatGPT oder Gemini ist das relevant, weil solche Systeme häufig mit hochgeladenen PDFs, Wissensdatenbanken und externen Quellen arbeiten.

Unscharfe Quellen statt Belege

Als technische Ursache nennt GPTZero laut dem Bericht unsaubere KI-Websuchen und mangelhafte Quellenarbeit. Die angegebenen Titel seien oft nur lose Umschreibungen realer Quellen. Häufig fehlten URLs oder korrekte Autorennamen. In mehreren Fällen ließ sich demnach nicht einmal eine passende Originalquelle finden. GPTZero bezeichnet dieses Muster als „Vibe Citing“, also als Zitieren nach Plausibilitätsgefühl statt nach überprüfbaren Belegen.

Das Problem ist nicht neu. The Decoder verweist auf ähnliche Fehler bei Googles AI Overviews. Dort hatten automatisch erzeugte Antworten ebenfalls fehlerhafte oder unpräzise Quellenangaben produziert. Für Unternehmen im DACH-Raum berührt das unmittelbar die Governance von KI-Ausgaben, weil Berichte, Marktanalysen und interne Entscheidungsgrundlagen zunehmend mit generativen Modellen erstellt oder vorgeprüft werden.

Peinlicher Vorfall für Berater

Für KPMG ist der Vorgang doppelt brisant. Zum einen verbreitete die Firma Falschinformationen über namentlich genannte Organisationen. Zum anderen zeigt der Fall, dass ausgerechnet bei einem Bericht über agentische KI die Kontrolle der eigenen Inhalte versagte. The Decoder datiert die Veröffentlichung des Berichts über den Vorfall auf den 14. Juni 2026; zu diesem Zeitpunkt war das beanstandete Dokument bereits von Teilen der KPMG-Webpräsenz entfernt.

Dieser Artikel wurde KI-generiert erstellt. Die Themenauswahl trifft die Redaktion, die redaktionelle Verantwortung liegt bei KI-Prüfstand.