KfW: Deutscher Wagniskapitalmarkt erreicht mit 3,4 Milliarden Euro stärkstes Quartal seit 2022
Der deutsche Wagniskapitalmarkt hat im zweiten Quartal 2026 deutlich zugelegt. Laut KfW Research trieben sieben Megatransaktionen und ein erfasster KI-Milliardendeal das Volumen auf den höchsten Stand seit vier Jahren.
Wie die KfW am 20. Juli 2026 mitteilte, sammelten Start-ups in Deutschland von April bis Juni 3,4 Milliarden Euro ein. Das waren rund 1,8 Milliarden Euro mehr als in den drei Monaten zuvor. KfW Research bezeichnete das Quartal als das stärkste seit dem zweiten Quartal 2022. Getrieben wurde das Volumen durch sieben Megatransaktionen von mehr als 100 Millionen Euro, darunter ein erfasster KI-Milliardendeal.
Weniger Deals, größere Runden
Die Zahl der Transaktionen blieb trotz des hohen Volumens begrenzt. Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, erklärte laut Mitteilung: „Große Deals dominieren.“ Zugleich verwies er auf „nur 86 Transaktionen ab einer Million Euro“ im zweiten Quartal. Im ersten Halbjahr 2026 zählte KfW Research 184 Transaktionen ab einer Million Euro. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 5,1 Milliarden Euro Wagniskapital vergeben.
Zum Vergleich nennt die KfW für das Gesamtjahr 2025 insgesamt 380 Transaktionen. Einen Höchststand erreichte der Markt 2022 mit 626 Deals. Das jährliche Volumen lag in den Jahren 2023 bis 2025 laut KfW jeweils bei knapp über sieben Milliarden Euro, während die Zahl der Transaktionen sank.
Scale-ups erhalten 72 Prozent
Im zweiten Quartal entfielen 72 Prozent des in Deutschland investierten Kapitals auf Scale-up-Unternehmen. Gemeint sind Firmen, die die Gründungsphase hinter sich gelassen haben und sich in einer starken Wachstumsphase befinden. Auch hier spielten die wenigen sehr großen Finanzierungsrunden eine maßgebliche Rolle.
Gesundheit bleibt gefragt
Besonders gefragt waren erneut Start-ups aus der Gesundheitsbranche. Jeder vierte Deal entfiel im zweiten Quartal auf Unternehmen aus diesem Bereich. Das aktuelle Venture-Capital-Dashboard führt die KfW unter kfw.de.
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