Google erweitert Gemini Enterprise mit Rechtswerkzeugen für Kanzleien und Juristen

Google erweitert Gemini Enterprise mit Rechtswerkzeugen für Kanzleien und Juristen
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Google erweitert seine Unternehmensplattform Gemini um neue Funktionen für den Rechtsmarkt. Mit Gemini Enterprise for Legal will der Konzern Kanzleien und Juristen bei juristischen und administrativen Aufgaben unterstützen und den Wettbewerb um KI-Anwendungen im professionellen Rechtsumfeld weiter beschleunigen.

Wie Reuters berichtet, stellte Alphabet-Tochter Google am Dienstag, 25. August 2026, die Erweiterung Gemini Enterprise for Legal vor. Das Angebot soll Kanzleien dabei helfen, Routinearbeiten und komplexere Aufgaben mit KI zu bearbeiten, damit Juristen mehr Zeit für höherwertige Leistungen haben. Google stellte den Schutz vertraulicher Daten als Bestandteil des Angebots heraus.

Neu ist ein Zusatzmodul für Gemini Enterprise, das an juristische Software- und Datenplattformen angebunden werden kann. Hinzu kommen mehrere KI-Agenten, die nach Angaben von Google spezialisierte juristische und administrative Funktionen ohne wesentliche menschliche Aufsicht übernehmen können. Die Plattform soll zudem direkt und sicher mit anderen Rechts-Technologieplattformen verbunden werden, darunter Angebote von Thomson Reuters, Harvey, LexisNexis und weiteren Anbietern.

Ausbau von Branchenangeboten

Gemini Enterprise war im Oktober für Geschäftskunden eingeführt worden, um mehr Unternehmenskunden für die KI-Angebote von Google zu gewinnen. Google Cloud zählt dabei zu den am schnellsten wachsenden Geschäftsbereichen des Konzerns. Neben dem Rechtsmarkt stellte Google am Dienstag auch Branchenwerkzeuge für den Finanzdienstleistungssektor vor. Weitere branchenspezifische Angebote sollen später folgen, wie aus dem Reuters-Bericht hervorgeht.

Der Schritt erfolgt in einem Markt, in dem Technologieunternehmen ihre Angebote für Unternehmen zuletzt auch im Rechtsbereich ausgebaut haben. Reuters zufolge haben darunter auch Wettbewerber wie Anthropic in den vergangenen Monaten ihre Unternehmensangebote erweitert. Zugleich verwies Reuters auf einen Deloitte-Bericht aus dem Jahr 2026, wonach Kanzleien stark in KI investieren, obwohl sich der Wandel der Branche noch in einem frühen Stadium befindet.

Wachsende Konkurrenz im Rechtsmarkt

Zu den Wettbewerbern im Markt für juristische KI zählt auch Thomson Reuters, das Eigentümer von Reuters und der juristischen Recherchedatenbank Westlaw ist. Das Unternehmen stellte am Montag das eigene große Sprachmodell Thomson 1.0 vor. Reuters zufolge wurde das Modell mit den eigenen juristischen Recherche-Inhalten von Thomson Reuters trainiert, basiert auf Open-Source-Technologie und ist für professionelle Arbeit ausgelegt.

Google nannte mehrere große Kanzleien, die an Gemini Enterprise for Legal mitarbeiten. Dazu gehören Weil Gotshal, Cleary Gottlieb, Freshfields sowie Williams & Connolly. Nach Darstellung des Unternehmens soll die Plattform flexibel genug sein, damit Kanzleien zwischen verschiedenen darin eingebetteten KI-Modellen wählen können. Reuters zufolge sehen beteiligte Kanzleien wachsende Erwartungen ihrer Mandanten an einen produktiven Einsatz von KI und wollen bei der Entwicklung nützlicher Werkzeuge für den Einsatz in Kanzleien mitwirken.

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