FAZ entfernt Gastbeitrag von Mario Voigt nach KI-Verdacht aus dem Archiv

FAZ entfernt Gastbeitrag von Mario Voigt nach KI-Verdacht aus dem Archiv
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat einen Gastbeitrag von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt aus dem Netz und dem Archiv entfernt. Auslöser ist der Verdacht, dass der Text mit KI erstellt wurde und die Staatskanzlei dafür keine überzeugende Entwarnung geben konnte.

Die FAZ reagierte laut heise online auf eine Recherche von FragDenStaat und depublizierte einen Gastartikel Voigts zum Thema Smartphone-Verbote für Heranwachsende. Die Zeitung teilte demnach mit, die Staatskanzlei in Erfurt habe nicht überzeugend versichern können, dass der Beitrag nicht KI-generiert sei. Veröffentlicht wurde die Reaktion am 11. Juni 2026. Im Zentrum stehen insgesamt elf Reden und vier Gastbeiträge, die FragDenStaat mit dem Analysewerkzeug Pangram untersucht hat.

Pangram prüft 15 Texte

Nach Angaben von heise fand Pangram bei der überwiegenden Mehrheit dieser 15 Texte eindeutige oder starke Hinweise auf den Einsatz eines KI-Werkzeugs. Die Staatskanzlei wies das nicht grundsätzlich zurück. Sie erklärte dem Bericht zufolge, die Systeme würden nur unterstützend eingesetzt. Der Fall reicht damit über einen einzelnen Gastbeitrag hinaus. Er betrifft öffentliche Reden, Debattenbeiträge und Texte zum historischen Gedenken, die unter dem Namen eines amtierenden Ministerpräsidenten veröffentlicht wurden.

Besonders schwer wiegt ein von FragDenStaat untersuchter Text zum Holocaustgedenken. Laut der im heise-Bericht zitierten Analyse war eine Rede Voigts dazu „zu 100 Prozent KI-generiert“. Als auffällige Merkmale nannte die Recherche wiederholte Verneinungen und generische Sprachbilder. Zitiert wurde unter anderem der Satz: „Auschwitz war nicht das Werk eines erfundenen Ungeheuers.“ Die Debatte dreht sich damit nicht nur um technische Hilfsmittel, sondern um die Kennzeichnung politischer Autorenschaft.

Auslöser war ein Welt-Beitrag

Öffentlich Fahrt aufnahm der Fall durch einen gemeinsamen Gastbeitrag von Mario Voigt und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze in Die Welt. Inhaltlich ging es um mehr deutschsprachige Musik im Radio. Brisant wurde der Text erst, nachdem eine Regierungssprecherin auf Anfrage eingeräumt hatte, dass bei seiner Erstellung auch KI-Werkzeuge genutzt wurden. Danach weitete FragDenStaat die Prüfung auf weitere Texte aus, darunter Beiträge zu NS-Verbrechen und zum Gedenken an den früheren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel.

Archivlöschung statt Korrektur

Die FAZ entschied sich nicht für einen Hinweis oder eine nachträgliche Kennzeichnung, sondern für die vollständige Entfernung des Beitrags von der Website und aus dem Archiv. Heise veröffentlichte den Vorgang am 11. Juni 2026 um 11:08 Uhr. Im depublizierten Text ging es um Smartphone-Verbote für Heranwachsende.

Dieser Artikel wurde KI-generiert erstellt. Die Themenauswahl trifft die Redaktion, die redaktionelle Verantwortung liegt bei KI-Prüfstand.