Berlin startet KI-gestützte Verhaltensüberwachung am Kottbusser Tor mit rund 30 Kameras

Berlin startet KI-gestützte Verhaltensüberwachung am Kottbusser Tor mit rund 30 Kameras
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

In Berlin hat am 23. August 2026 die Installation einer KI-gestützten Videoüberwachung am Kottbusser Tor begonnen. Das Projekt markiert den Einstieg in die dauerhafte algorithmische Analyse des öffentlichen Raums außerhalb des Nahverkehrs.

Am Sonntagvormittag wurden die ersten Kameras montiert, wie netzpolitik.org am 23. August 2026 berichtete. Laut Berliner Polizei sollen etwa 30 Kameras das Areal überwachen. Die Geräte werden dem Bericht zufolge mit einer Software von Adesso verknüpft, die Videoströme automatisiert auswertet und bei als unerwünscht eingestuftem Verhalten Alarm auslöst.

Kalibrierung vor Produktivbetrieb

Der Start erfolgt zunächst in einer Kalibrierungsphase. In dieser Phase werden die rund 30 Kameras nach und nach in das System eingebunden. Erst danach beginnt der Produktivbetrieb. Nach Angaben im Bericht nutzt die Polizei dabei zwei Kameratypen des schwedischen Herstellers Axis, die Modelle Q1809-LE und Q3839-PVE. Beide liefern laut den im Artikel verlinkten Produktangaben eine 8k-Bildauflösung; die Q3839-PVE erfasst zudem ein 180-Grad-Panorama.

Die Berliner Polizei hatte laut dem Bericht erklärt, das System solle auf die tatsächlichen Bedingungen vor Ort abgestimmt und seine korrekte Funktion sichergestellt werden. Bislang gab es in Berlin außerhalb des öffentlichen Nahverkehrs keine dauerhafte Videoüberwachung des öffentlichen Raums, wie netzpolitik.org schrieb.

Dritte Stadt mit Verhaltensanalyse

Berlin ist nach Mannheim und Hamburg die dritte Stadt in Deutschland mit solcher Verhaltensanalyse im Straßenraum. Fest geplant ist laut Bericht bereits ein weiterer Einsatz an der Warschauer Brücke. Genannt werden zudem weitere angeblich kriminalitätsbelastete Orte sowie gefährdete Gebäude in Berlin. In Hessen, Sachsen und dem Saarland bestehen demnach bereits rechtliche Grundlagen, während Schleswig-Holstein, Thüringen und Niedersachsen an entsprechenden Regeln arbeiten.

Bundespolizei soll folgen

Auch auf Bundesebene steht der Ausbau an. Der Bundestag soll laut dem Bericht gleich nach der Sommerpause erneut darüber abstimmen, der Bundespolizei solche Systeme an Bahnhöfen zu erlauben. Eine frühere Abstimmung musste wiederholt werden, weil nicht genug Abgeordnete anwesend waren.

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