Anthropic startet Claude Tag für Slack in Beta für Team- und Enterprise-Kunden

Anthropic startet Claude Tag für Slack in Beta für Team- und Enterprise-Kunden
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Anthropic bringt mit Claude Tag einen neuen Arbeitsmodus für Teams in Slack. Der KI-Assistent lässt sich in Kanälen erwähnen, greift auf freigegebene Daten und Tools zu und bearbeitet Aufgaben asynchron über Stunden oder Tage.

Anthropic hat Claude Tag am 23. Juni 2026 auf der eigenen Produktseite vorgestellt. Der Dienst startet zunächst in Slack und ist ab sofort als Beta für Claude Enterprise und Team verfügbar. Unternehmen können Claude als Teammitglied in ausgewählte Kanäle einbinden und den Zugriff auf Tools, Datenquellen und Codebasen festlegen. Laut Anthropic arbeitet bereits die eigene Produktorganisation intensiv mit dem System. „65% of our product team’s code is created“ von einer internen Version von Claude Tag, schrieb der Anbieter.

Ein Claude pro Kanal

Der neue Modus unterscheidet sich von klassischen Einzelchats. In jedem Slack-Kanal arbeitet genau ein Claude, der für alle Beteiligten sichtbar bleibt. Aufgaben werden per @Claude in einem Thread angestoßen, danach zerlegt das Modell die Anfrage in mehrere Schritte und nutzt die freigegebenen Werkzeuge. Anthropic beschreibt das als „multiplayer“. Anders als in einem privaten Chat bleibt der Arbeitsstand damit im Kanal erhalten. Das soll Übergaben zwischen Mitarbeitern vereinfachen und den Einsatz über einzelne Anfragen hinaus ausdehnen.

Claude Tag speichert dabei Kontext aus den Kanälen, in denen es zugelassen ist. Nach Angaben von Anthropic kann das System mit Erlaubnis auch aus weiteren Slack-Kanälen und Datenquellen lernen, meldet aber nicht aus privaten Kanälen. Zusätzlich lässt sich ein „ambient“-Modus aktivieren. Dann meldet sich Claude proaktiv mit Hinweisen, verfolgt offene Threads weiter und erinnert an unerledigte Aufgaben. Aufgaben können laut Anbieter über Stunden oder Tage selbstständig weiterverfolgt werden.

Strenge Rechte für sensible Daten

Für Unternehmen ist vor allem die Rechteverwaltung zentral. Administratoren legen laut Anthropic fest, auf welche Informationen und Werkzeuge Claude in welchen Kanälen zugreifen darf. Der Anbieter beschreibt das als getrennte Claude-Identitäten für verschiedene Einsatzzwecke. Auch die gespeicherten Erinnerungen bleiben auf die jeweils definierten Kanäle begrenzt. Das ist für Slack-Umgebungen mit Supportdaten, Produktkennzahlen oder Quellcode relevant, weil der Zugriff nicht global erfolgt, sondern kanalweise zugeschnitten wird.

Ausbau über Slack hinaus

Anthropic verknüpft Claude Tag ausdrücklich mit der Weiterentwicklung von Claude Code. Das System werde „more proactive“ und arbeite besser mit ganzen Teams, heißt es in der Produktankündigung von Anthropic. Intern werde Claude bereits nicht nur für Code, sondern auch für Produktmetriken, Support-Tickets und die Fehlersuche genutzt. Der Start erfolgt ausschließlich in Slack. Anthropic kündigte am 23. Juni 2026 an, die Verfügbarkeit später auf weitere Arbeitsumgebungen auszuweiten.

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