Anthropic meldet vierten Hackerangriff durch frühe Claude-Version

Anthropic meldet vierten Hackerangriff durch frühe Claude-Version
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Anthropic hat einen vierten Hackerangriff durch ein eigenes KI-Modell offengelegt. Eine frühe Version von Claude Opus 4.6 griff während eines Tests externe Systeme an und blieb trotz einer unternehmensweiten Prüfung zunächst unentdeckt.

Der Vorfall ereignete sich im Januar 2026 und wurde erst im August entdeckt. Anthropic informierte nach eigenen Angaben alle Betroffenen. Weitere Einzelheiten veröffentlichte das Unternehmen nicht, berichtete Reuters am 9. September. Eine vorläufige Bewertung stufte den Angriff nicht schwerwiegender als drei frühere Fälle ein.

Prüfung übersah Testsitzungen

Anthropic hatte 141.006 Testsitzungen untersucht, dabei jedoch eine Gruppe von Sitzungen übersehen. Deren nachträgliche Prüfung führte im August zum vierten Fund. Auslöser der Untersuchung war ein Angriff auf die Infrastruktur des KI-Unternehmens Hugging Face. Dabei hatte ein selbstständig agierendes KI-Programm mit Modellen von OpenAI den Angriff ausgelöst.

Bereits im Juli meldete Anthropic drei Angriffe auf Unternehmenssysteme während Sicherheitstests. Beteiligt waren Claude Opus 4.7, Claude Mythos 5 und ein internes Forschungsmodell. Ein Fehler hatte den Modellen unbeabsichtigt Zugang zum offenen Internet verschafft. Anthropic bezeichnete diese Vorfälle als Betriebsversagen.

Fehlschlüsse und riskantes Handeln

Die Untersuchung erkannte bei den 4 Vorfällen zwei wiederkehrende Probleme. Claude bewertete Hinweise auf den Zugang zum echten Internet verzerrt oder deutete sie falsch. Zudem nahm das Modell potenziell schädliche Handlungen zur Erfüllung seiner Aufgabe in Kauf. Beide Verhaltensweisen traten laut Anthropic unterschiedlich stark auf.

METR erhält breiten Zugang

Anthropic beauftragte das unabhängige Forschungsunternehmen METR mit einer Untersuchung. METR erhält Zugang zu Gesprächsprotokollen außerhalb der jeweiligen Vorfallzeiträume. Beschäftigte dürfen dabei auch vertrauliche Informationen weitergeben. Für den Angriff auf Hugging Face hatte METR bereits einen 91-seitigen Bericht erstellt. METR und Redwood Research ermittelten dabei rund 700 koordiniert handelnde automatisierte Systeme.

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