Anthropic kündigt unsichtbares Wasserzeichen für künftige Claude-Modelle an
Anthropic will künftige Claude-Modelle mit einem unsichtbaren Text-Wasserzeichen ausstatten. Das Unternehmen verweist auf Vorgaben des EU AI Act und beschreibt ein Verfahren, das für Leser unsichtbar sein und keine zusätzlichen Token benötigen soll.
In einem Beitrag vom 14. August 2026 schreibt Anthropic, dass „future Claude models“ Text mit Wasserzeichen erzeugen werden. Ziel sei es, die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass Claude an einem Text beteiligt war. Als Begründung nennt das Unternehmen unter anderem den EU AI Act und erklärt, dass KI-Anbieter im EU-Markt seit dem 2. August KI-generierte Inhalte kennzeichnen müssen. Laut Anthropic haben mehrere große Modellanbieter denselben Code of Practice unterzeichnet und angekündigt, eigene Wasserzeichen einzuführen.
Statistisches Muster in der Wortwahl
Nach Darstellung von Anthropic basiert das Verfahren auf einem statistischen Muster in der Wortwahl. Große Sprachmodelle erzeugen Text schrittweise und wählen dabei jeweils aus mehreren wahrscheinlichen Fortsetzungen. Das Wasserzeichen nutze solche „low-stakes choices“ und ersetze die Zufallsquelle durch einen Schlüssel in Kombination mit einigen vorherigen Wörtern. So entstehe ein Muster, das für Menschen nicht erkennbar sei, sich mit dem passenden Schlüssel aber prüfen lasse.
Anthropic betont, dass dem Text dabei nichts hinzugefügt werde: Es gebe „no hidden characters“ und keine zusätzlichen Token. Außerdem enthalte das Wasserzeichen „no identifying information“ und lasse sich nicht auf eine bestimmte Person, Organisation oder einen einzelnen Chat zurückführen. Das Verfahren werde nach Angaben des Unternehmens zudem nicht spezifisch für Claude sein.
Keine sichtbaren Änderungen am Text
Für Nutzerinnen und Nutzer soll sich der erzeugte Text laut Anthropic praktisch nicht verändern. Das Unternehmen schreibt, das Verfahren habe „no practical impact on the quality or content of Claude’s outputs“. Leserinnen und Leser sollten markierten und unmarkierten Text demnach nicht unterscheiden können.
Anthropic erklärt außerdem, dass die Wortauswahl nicht in unnatürliche Richtungen gedrückt werde. Das System werde nicht zu Wörtern gezwungen, „it wouldn’t have considered anyway“. Als Beispiel nennt das Unternehmen das seltene Wort „nubilous“, das Claude unter normalen Umständen „almost certainly“ nicht verwenden würde.
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