Volkswagen erwägt Ausstieg aus Fahrdienst Moia
Volkswagen prüft mehrere Ausstiegsoptionen für Moia. Der Sammelfahrdienst testet Fahrten mit selbstfahrenden Fahrzeugen, doch technische Hürden und hohe Entwicklungskosten belasten das Vorhaben.
Nach einem von der Wirtschaftswoche ausgewerteten internen Strategiepapier beurteilt der VW-Vorstand die Aussichten der Tochtergesellschaft skeptisch, wie heise online berichtet. Moia spiele in Volkswagens Zielbild für 2030 demnach keine zentrale Rolle mehr. Bis Ende 2026 wolle der Konzern Möglichkeiten von einer Übernahme durch neue Investoren bis zur vollständigen Abwicklung prüfen. Zuletzt hatte die Moia-Führung auch Geld vom Staat verlangt.
Nachweis für Automatisierungsstufe 4 fehlt
Moia testet in Hamburg den ID.Buzz im autonomen Testbetrieb mit Technik des israelischen Zulieferers Mobileye, der Sensorik und Software für Fahrassistenzsysteme entwickelt. Die eingesetzte Hard- und Software erfülle laut Konzerninsidern bislang nicht die Erwartungen an ein störungsfreies Fahrverhalten. Deshalb stehe der Nachweis für Automatisierungsstufe 4 weiterhin aus. Auf dieser Stufe kann ein Fahrzeug innerhalb festgelegter Einsatzbereiche ohne menschliche Aufsicht fahren.
Volkswagen scheue zudem die für die Weiterentwicklung erforderlichen Milliardensummen. Potenzielle Investoren wie Uber und Lyft hätten ihre Beteiligungsabsichten zurückgezogen. Zuvor waren bereits BMW und Mercedes aus früheren Gemeinschaftsunternehmen für autonome Mobilität ausgestiegen.
Deutsche Hersteller liegen bei Robotaxis zurück
BMW und Mercedes behaupten sich bei Assistenzsystemen bis zur Automatisierungsstufe 3. Dabei übernimmt das Fahrzeug die Fahraufgabe in bestimmten Situationen, der Fahrer muss jedoch weiterhin zur Übernahme bereit sein. Bei der für selbstfahrende Fahrdienste benötigten künstlichen Intelligenz liegen die deutschen Hersteller laut dem Bericht über Moias technische und finanzielle Schwierigkeiten zurück.
Waymo hat über mehr als 15 Jahre geschätzt 27 Milliarden US-Dollar in die Technik investiert. Die Alphabet-Tochter absolviert in den USA bereits mehr als 500.000 kostenpflichtige Fahrten pro Woche und bereitet ihre Ausweitung nach Europa vor.
Fahrerlose Flotten werden in europäischen Städten erprobt
Waymo, Uber und Baidu erproben in London ihre fahrerlosen Flotten. In München, Berlin, Zagreb, Zürich und Madrid bereiten weitere Anbieter den Einstieg vor.
Fahrkosten könnten sinken
Analysten schätzen, dass die Kosten fahrerloser Fahrdienste mittelfristig auf etwa 60 bis 80 Cent je Kilometer fallen könnten. Derzeit schreiben die Vorschriften noch Sicherheitsfahrer am Steuer vor. Die Betreiber planen jedoch den Übergang zum vollständig autonomen Betrieb ohne menschliche Aufsicht.
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