KI-Sicherheit: Nur elf Prozent der Unternehmen haben spezielle Prozesse

KI-Sicherheit: Nur elf Prozent der Unternehmen haben spezielle Prozesse
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Deutsche Unternehmen setzen vielfach künstliche Intelligenz ein, haben aber selten spezielle Prozesse für entsprechende Sicherheitsvorfälle. Eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa zeigt Lücken bei den Vorkehrungen. Zugleich berichten Betriebe bereits von KI-gestützten Angriffen und Unsicherheit bei Haftungsfragen.

Nur elf Prozent der befragten Unternehmen verfügen über spezielle Prozesse für KI-bezogene Sicherheitsvorfälle. Das berichtet news.de am 7. Oktober 2026 auf Grundlage von dpa-Material. Forsa befragte im Juli 505 Unternehmen für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und den TÜV-Verband. Teilgenommen haben IT- oder KI-Verantwortliche sowie Geschäftsführungsmitglieder aus Betrieben mit mindestens 20 Mitarbeitern.

Allgemeine Sicherheitsprozesse ohne KI-Regeln

43 Prozent nutzen allgemeine IT-Sicherheitsprozesse, bislang jedoch ohne spezielle KI-Regeln. Weitere 20 Prozent erarbeiten entsprechende Verfahren. Bei 25 Prozent fehlen Regelungen für solche Vorfälle vollständig; zwei Prozent konnten dazu keine Auskunft geben. Von KI-gestützten Angriffen berichteten 17 Prozent der Betriebe. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, weil der KI-Einsatz bei Cyberangriffen nicht immer leicht erkennbar ist.

Texterstellung dominiert den KI-Einsatz

49 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI ein. Neun Prozent planen den Einsatz innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die übrigen 42 Prozent nutzen die Technik nicht und planen dies auch nicht. Unter diesen Betrieben nennen 53 Prozent Datenschutz- oder Sicherheitsbedenken. Von den KI-Anwendern erstellen 96 Prozent Texte, Bilder oder Programmcode. 31 Prozent verwenden KI für bessere IT-Sicherheit. Ein Viertel automatisiert Abläufe, etwa die Rechnungserstellung oder den Kundenservice mit Chatbots, also automatisierten Dialogsystemen.

TÜV-Verbandspräsident Dirk Stenkamp berichtet von verbreiteter Unsicherheit über die Haftung bei Schäden durch den betrieblichen KI-Einsatz. Dabei gehe es um die Verantwortung des Anbieters, des Unternehmens selbst oder anderer Stellen. Viele Unternehmen könnten laut Stenkamp nicht genügend Fachwissen aufbauen, um die Sicherheit von KI-Modellen zu beurteilen. Er hält deshalb gesetzgeberische Vorgaben für sinnvoll, um einen grundlegenden Schutz zu etablieren.

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