KI bedroht laut Pew-Umfrage in 34 Ländern mehr Arbeitsplätze als sie schafft

KI bedroht laut Pew-Umfrage in 34 Ländern mehr Arbeitsplätze als sie schafft
Illustration erstellt mit KI-Bildgenerierung

Eine internationale Pew-Umfrage zeigt verbreitete Sorgen über künstliche Intelligenz. In fast allen untersuchten Ländern erwarten mehr Erwachsene sinkende Beschäftigung als zusätzliche Arbeitsplätze. Auch wachsende wirtschaftliche Ungleichheit beschäftigt viele Befragte.

Das Pew Research Center veröffentlichte die Ergebnisse am 17. September 2026. In 34 von 37 Ländern überwiegt die Erwartung, KI werde Arbeitsplätze abbauen. Pew befragte vom 8. Februar bis 13. Mai insgesamt 42.151 Menschen in 36 Ländern. Die Angaben für die USA stammen aus zwei zusätzlichen separaten Erhebungen mit 5.119 und 3.488 Erwachsenen. Die Erhebungsmethode und die verwendeten Fragen sind im Bericht dokumentiert.

Hohe Sorgen in reichen Ländern

In Australien, Südkorea und den USA erwarten rund 70 Prozent oder mehr Arbeitsplatzverluste binnen 20 Jahren. Der US-Anteil stieg innerhalb von zwei Jahren um 7 Prozentpunkte. In Kanada, Frankreich, Singapur und Schweden äußern 18- bis 34-Jährige häufiger Sorgen als Menschen ab 50 Jahren. Dasselbe Muster zeigt sich in Indien, Indonesien und Malaysia.

In 11 überwiegend einkommensstarken Ländern rechnen Frauen häufiger als Männer mit weniger Arbeitsplätzen. In Frankreich beträgt der Abstand 10 Prozentpunkte. In etwa der Hälfte der 37 Länder erwarten Befragte mit hohem Kenntnisstand über KI, die nach eigenen Angaben viel darüber gehört oder gelesen haben, häufiger Beschäftigungsverluste. Erwachsene mit geringerem Kenntnisstand über KI antworten dagegen öfter unentschieden.

Mehr Ungleichheit erwartet

In Südkorea, Australien, den USA, Griechenland und Kanada erwarten mindestens rund 40 Prozent eine größere Wohlstandslücke. In keinem Land rechnen mehr als 25 Prozent mit sinkender Ungleichheit. In 29 Ländern bleibt dieser Anteil einstellig. Unter US-Amerikanern unter 35 Jahren erwarten 56 Prozent mehr Ungleichheit. Bei Menschen ab 50 Jahren sind es 38 Prozent.

Politische Einstellungen prägen die Antworten in 8 von 28 untersuchten Ländern. Dort erwarten politisch links eingeordnete Befragte häufiger wachsende Ungleichheit als rechts eingeordnete. In den USA beträgt der Abstand zwischen Liberalen und Konservativen 31 Prozentpunkte. In etwa einem Drittel der Länder äußern besser ausgebildete und einkommensstärkere Gruppen häufiger diese Sorge.

Sorge und Zuversicht zugleich

Im Median der 37 Länder sind 37 Prozent stärker besorgt als zuversichtlich. Weitere 41 Prozent empfinden beides gleichermaßen. Israel ist das einzige Land mit mehr überwiegend zuversichtlichen als überwiegend besorgten Befragten. In Südkorea verbinden 61 Prozent beide Gefühle, während 21 Prozent vor allem Zuversicht äußern.

In Deutschland sind 26 Prozent der gut informierten Befragten überwiegend besorgt. Weitere 59 Prozent empfinden Sorge und Zuversicht gleichermaßen, 15 Prozent hauptsächlich Zuversicht. Bei Menschen mit wenig oder keinem Kenntnisstand über KI liegen die Anteile bei 41, 51 und 8 Prozent. In 15 Ländern sind Menschen ab 50 Jahren häufiger überwiegend besorgt.

Seit 2024 stieg der Anteil überwiegend besorgter US-Amerikaner zwischen 18 und 34 Jahren von 40 auf 55 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die Sorge in Schweden um 9 Prozentpunkte, in Polen um 8 und in den Niederlanden um 7 Punkte.

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