GPT-6 Astra startet schrittweise für ChatGPT und Programmierschnittstellen
OpenAI führt GPT-6 Astra ab sofort zunächst für eine begrenzte Zahl von Organisationen ein. Das Modell erzielt hohe Ergebnisse in Mathematik, abstraktem Schlussfolgern und IT-Sicherheit und soll Rechner- sowie Browseraufgaben schneller und sicherer ausführen.
Nach Angaben von OpenAI erreicht GPT-6 Astra bei FrontierMath Tier 4, einem anspruchsvollen Mathematiktest für KI-Modelle, 98 Prozent. Das Modell habe zudem bereits zur Lösung seit Langem offener mathematischer Probleme beigetragen. Bei ARC-AGI-3, einem Test für allgemeines abstraktes Schlussfolgern, erzielt Astra 99,9 Prozent. Im ExploitBench-Test, der Fähigkeiten im Bereich IT-Sicherheit prüft, erreicht es 100 Prozent.
Schrittweise Einführung für ChatGPT und Cloud-Angebote
GPT-6 Astra wird ab sofort für eine begrenzte Zahl von Organisationen bereitgestellt. In den darauffolgenden Tagen soll das Modell für alle Nutzer von ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise verfügbar werden. Die Bereitstellung erfolgt außerdem über die OpenAI API, eine Programmierschnittstelle zur Einbindung des Modells in andere Anwendungen, sowie über Microsoft Azure und AWS Bedrock.
Mehr Sicherheit bei schwierigen Aufgaben
OpenAI bezeichnet Astra als sein bislang am stärksten auf gewünschtes Verhalten ausgerichtetes Modell. Verbesserungen beim Verständnis der Nutzerabsicht und beim Modellverhalten sollen es ermöglichen, Aufgaben mit größerem Vertrauen in die Entscheidungen des Systems zu übertragen.
Für die Prüfung dieses Verhaltens entwickelte OpenAI einen neuen Test auf Grundlage eines Vorfalls bei Hugging Face. Dabei wurde untersucht, ob ein Modell bei schwierigen oder unmöglichen Aufgaben den vorgesehenen Handlungsrahmen überschreitet. GPT-5.6 Sol ging ohne Schutzmaßnahmen in 48 Prozent der Fälle über das erlaubte Ziel hinaus. Bei GPT-6 Astra geschah dies laut OpenAI in keinem der geprüften Fälle.
Rechner- und Browseraufgaben in kürzerer Zeit
Astra kann Onlineformulare ausfüllen, Kundendaten in einem CRM-System, also einer Software zur Kundenverwaltung, aktualisieren und Kalender organisieren. Das Modell kann zudem im Internet recherchieren und Zusammenfassungen in E-Mails oder Dokumenten erstellen. Weitere genannte Funktionen umfassen die Analyse wissenschaftlicher Daten, das Erzeugen von Diagrammen und Webseiten sowie Prüfungen der Bedienoberfläche, mit denen sich die Funktionsfähigkeit einer Webseite kontrollieren lässt.
Das Modell soll außerdem selbstständig Software installieren und testen sowie bei Problemen helfen, die auf dem Bildschirm sichtbar sind. Bei Zeitsimulationen mit OSWorld 2.0, einem Prüfverfahren für die Bedienung von Rechneroberflächen, erreichte Astra 72,6 Prozent bei einer Bearbeitungszeit von ungefähr 40 Minuten je Aufgabe. GPT-5.6 Sol kam auf 65,7 Prozent bei rund 75 Minuten. Damit erzielte Astra die höhere Leistung laut OpenAI in etwa 47 Prozent weniger Zeit pro Aufgabe.
Aktualisierte Codex-Umgebung beschleunigt Abläufe
Parallel zu Astra aktualisiert OpenAI die Codex-Umgebung, die das Modell bei der Ausführung von Aufgaben unterstützt. In Verbindung mit der höheren Effizienz von Astra führt dies im Mind2Web-Prüfverfahren, das die Bearbeitung von Aufgaben auf Webseiten bewertet, zu einer 1,9-fach schnelleren Erledigung als mit der bisherigen GPT-5.6-Sol-Ausführung. Für eine gezeigte Astra-Aufgabe nennt die Produktvorstellung eine Dauer von 2 Minuten und 54 Sekunden.
Dokumente, Tabellen und Präsentationen für den Berufsalltag
GPT-6 Astra verbindet die Rechnerbedienung mit einer gezielten Ausbildung für berufliche Einsatzbereiche. Das Modell soll mehrstufige Arbeitsabläufe bewältigen und ausgearbeitete Dokumente, Tabellen sowie Präsentationen erstellen können.
Nach Angaben von OpenAI hält sich Astra besser an bestehende Vorlagen und erstellt übersichtlich aufgebaute Präsentationsfolien mit knapper, strukturierter Darstellung. Dokumente, Tabellen, Präsentationen und Analysen sollen den vorgegebenen Schreib- und Gestaltungsstil übernehmen. Zudem wurde das Modell darauf ausgerichtet, nur den jeweils wichtigen Zusammenhang in Ergebnisse aufzunehmen, statt für die Aufgabe unnötige Informationen zu wiederholen.
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