Google kündigt Gemini 4 Argon mit einer Million Ausgabetoken an
Google hat Gemini 4 Argon für komplexe Programmierung, Wissensarbeit und Cyberabwehr angekündigt. Das KI-Modell kann bis zu eine Million Ausgabetoken erzeugen und startet zunächst bei ausgewählten Sicherheitsteams.
Google stellte Gemini 4 Argon am 30. September 2026 vor. Der Zugang beginnt über das Fairwind-Programm, ein Zugangsprogramm für ausgewählte Cyberabwehrteams. Entwickler, Unternehmen und Verbraucher sollen das Modell später erhalten. Google beteiligt sich zudem am freiwilligen US-Verfahren für Modellzugang vor der Veröffentlichung.
Eine Million Ausgabetoken
Argon kann bis zu eine Million Ausgabetoken erzeugen, nach zuvor 64.000 Ausgabetoken. Token sind kleine Texteinheiten, die KI-Modelle verarbeiten. Google nennt einen Einführungspreis von 2 US-Dollar je Million Eingabetoken. Eine Million Ausgabetoken kosten 10 US-Dollar. Zwischengespeicherte Eingaben erhalten 95 Prozent Preisnachlass.
Tausende Google-Beschäftigte nutzen Argon bereits für Programmierung, Recherche und Texte. Bei einer Quantenoptimierung übertraf das Modell einen veröffentlichten Vergleichswert um 40 Prozent. Ein Team von Argon-Agenten identifizierte und wendete automatisch Speicheroptimierungen an und gab dadurch bereits mehr als 300 TiB Speicher frei; die geschätzte Gesamteinsparung liegt bei 500 TiB bis 1 PiB. TiB (Tebibyte) und PiB (Pebibyte) sind Maßeinheiten für Speicherkapazität.
Programmierung und Wissensarbeit
Argon erreichte beim Softwaretest DeepSWE v1.1, der die Leistung bei langfristigen Softwareentwicklungsaufgaben aus der Praxis misst, einen Wert von 77,9 Prozent. Beim AutomationBench von Zapier belegte das Modell mit 51,3 Prozent Rang 1. Dieser Test bewertet vollständige Abläufe zentraler Geschäftsfunktionen. Beim LVBench, einem Test für das Verständnis langer Videos, erzielte Argon 91,7 Prozent.
Google setzt Argon zudem für Umstellungen von C und C++, älteren, weit verbreiteten Programmiersprachen, auf Rust, eine Programmiersprache, die Speichersicherheit fördert, ein. Die Projekte reichen von Zehntausenden Zeilen bis zu mehr als 800.000 Zeilen. Beim Videodekodierer libgav1 ersetzte das System 32.000 Zeilen SIMD-Code, eine Technik zur parallelen Datenverarbeitung. Das Ergebnis lief 2,7-mal schneller als die vorherige Rust-Fassung.
Zugang für Cyberabwehrteams
Argon soll Schwachstellen selbstständig finden, prüfen und schließen. Wiz nutzt das Modell im Programm Scan for Good für kritische öffentliche Infrastruktur. Dabei entdeckte Argon eine kritische Schwachstelle in weltweit eingesetzter Krankenhaussoftware. Diese legte sensible personenbezogene Informationen offen.
Beim Sicherheitstest CWE-bench v1, der die Fähigkeit zur Behebung von Sicherheitslücken bewertet, erreichte Argon 68 Prozent und teilte sich Rang 1. Ein interner Google-Test umfasste komplexe Quelltexte in 20 Programmiersprachen. Vor der breiten Einführung prüften interne und externe Angriffsteams die Schutzmaßnahmen mit manuellen und automatisierten Methoden.
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