Forscher finden 8.547 offen erreichbare Systeme europäischer Wind- und Solarparks

Forscher finden 8.547 offen erreichbare Systeme europäischer Wind- und Solarparks
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Niederländische Forscher haben öffentlich erreichbare Verwaltungs- und Steuerungsoberflächen europäischer Wind- und Solarparks aufgespürt. Nach ihrer Einschätzung erlauben manche Systeme weitreichende Eingriffe in den Betrieb. Die Untersuchung betrifft auch zahlreiche Anlagen in Deutschland.

Soufian El Yadmani von Modat, einem Unternehmen, das das Internet nach erreichbaren Systemen durchsucht, und Bouke van Laethem vom niederländischen Nationalen Zentrum für Cybersicherheit präsentierten die Ergebnisse. Der Auftritt fand am 6. Oktober 2026 auf der ONE Conference in Den Haag statt. Laut Reuters hielten die Forscher bei rund 181 Standorten vollständige Kontrolle für möglich. Die zugänglichen Oberflächen umfassten neben Verwaltungsseiten und Anmeldemasken auch Betriebsdaten und Bedienelemente.

Maschinelles Lernen ordnet Anlagen zu

Die Forscher identifizierten 8.547 über das Internet erreichbare Systeme in 35 europäischen Ländern und ordneten diese konkreten Standorten zu. Dafür nutzten El Yadmani und van Laethem maschinelles Lernen, also computergestützte Mustererkennung in großen Datenmengen, um Daten zu sortieren und zu gruppieren. Auf Solarparks entfielen 7.942 Systeme, auf Windparks 605. Nach Einschätzung der Forscher hätten diese Zugänge nicht öffentlich erreichbar sein dürfen.

Eine untersuchte Turbinenseite zeigte aktuelle Betriebsdaten, den Standort und Schaltflächen zum Starten, Stoppen und Zurücksetzen. Manche Systeme steuerten mehrere Turbinen oder einen ganzen Windpark. El Yadmani bezeichnete Anlagen mit enger Verbindung zur öffentlichen Infrastruktur als besonders kritisch. Die Forscher forderten Betreiber auf, Verwaltungsoberflächen sofort vom Internet zu trennen.

Deutschland führt bei offenen Windsystemen

Spanien verzeichnete mit 2.766 die meisten offen erreichbaren Solarsysteme, gefolgt von Griechenland mit 1.860. Deutschland kam auf 672 Solarsysteme. Bei Windsystemen lag Deutschland mit 212 vor Italien mit 192. Den Forschern zufolge spiegeln diese Rangfolgen teilweise wider, welche Systeme sich konkreten Standorten zuordnen ließen. Ihre Untersuchung verwies außerdem laut Reuters auf CERT Polska, das polnische Cybersicherheitsteam. Dieses analysierte einen Angriff auf 30 Wind- und Solarstandorte in Polen im Dezember 2025.

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