EU-Staaten sagen rund 3 Milliarden Euro für sieben KI-Rechenzentren zu

EU-Staaten sagen rund 3 Milliarden Euro für sieben KI-Rechenzentren zu
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Die EU will sieben große Zentren für KI-Rechenleistung aufbauen, doch nicht alle Mitgliedstaaten ziehen mit. Achtzehn von 27 Regierungen haben dafür Finanzzusagen abgegeben, insgesamt in Höhe von rund 3 Milliarden Euro. Neun Staaten haben sich bislang nicht an dem Vorhaben beteiligt.

Nach einem Bericht von POLITICO sollen mit dem Geld Konsortien unterstützt werden, die eines von sieben geplanten KI-Rechenzentren in der EU ansiedeln wollen. Die EU-Kommission hatte das Vorhaben im vergangenen Jahr angekündigt. Geplant sind drei größere und vier kleinere Anlagen, die Forschern und jungen Unternehmen Rechenleistung für das Training sehr großer KI-Modelle bereitstellen sollen.

Staaten müssen sich auch als Abnehmer festlegen

Bevor die Zentren gebaut werden, müssen Regierungen zusagen, später Rechenleistung aus den jeweiligen nationalen Vorhaben abzunehmen. Diese Verpflichtungen sollen den Angaben zufolge mindestens die Höhe der von der EU zugesagten Mittel erreichen. Damit soll privaten Investoren mehr Planungssicherheit gegeben werden, obwohl in Europa unter anderem hohe Energiekosten und längere Genehmigungsverfahren als Hürden gelten.

Öffentliche Mittel sollen dabei höchstens 35 Prozent der gesamten Investition ausmachen. Der verbleibende Anteil müsste aus der Wirtschaft kommen. In Spanien haben Telefónica und Banco Santander laut dem POLITICO-Bericht bereits gemeinsam eine Bewerbung auf den Weg gebracht.

Deutschland sagt 1 Milliarde Euro zu

Die zugesagten Summen unterscheiden sich deutlich. Frankreich, Dänemark, Polen und Tschechien wollen jeweils 100 Millionen Euro für eine kleinere Anlage bereitstellen. Portugal, Spanien, Deutschland, Italien und Griechenland planen jeweils 200 Millionen Euro für eine größere Anlage. Deutschland geht darüber hinaus und hat zusätzlich 800 Millionen Euro vorgesehen. Damit steigt der nationale Beitrag dort auf insgesamt 1 Milliarde Euro.

Weitere Länder bleiben bei kleineren Beträgen. Schweden will 50 Millionen Euro beitragen, Litauen 1 Million Euro. Kroatien, Ungarn und Litauen unterstützen zusammen die polnische Bewerbung mit insgesamt 36 Millionen Euro.

Neun Regierungen halten sich zurück

Nicht alle Mitgliedstaaten wollen sich finanziell festlegen. Den Angaben zufolge haben neun Länder bislang keine Mittel zugesagt. Die niederländische Regierung hatte bereits im März mitgeteilt, dass im aktuellen Haushalt kein Spielraum für die dafür nötigen Verpflichtungen bestehe. Andere Staaten konzentrieren sich dem Bericht zufolge auf frühere Zusagen für kleinere KI-Infrastrukturprojekte.

Auswahl der Projekte Anfang kommenden Jahres

Die EU-Kommission will die sieben Vorhaben nach Angaben von POLITICO Anfang kommenden Jahres auswählen. Zunächst sollen die ausgewählten Projekte je nach Größe 100 bis 200 Millionen Euro erhalten, später dann weitere 400 bis 800 Millionen Euro. Anschließend folgt eine Aufbauphase von bis zu 18 Monaten, bevor die Anlagen in Betrieb gehen können.

Die eigentlichen Zahlungen der Mitgliedstaaten setzen demnach erst ein, wenn die jeweiligen Zentren betriebsbereit sind und die Staaten als feste Abnehmer von Rechenleistung auftreten. Deshalb dürften viele Regierungen die finanziellen Folgen erst mit Verzögerung spüren. Laut Bericht könnten Zahlungen in vielen Fällen erst 2028 beginnen und dann über fünf Jahre verteilt werden.

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