EU plant Effizienzkennzeichnung für Rechenzentren ab 500 Kilowatt
Die EU-Kommission will Rechenzentren zur Offenlegung ihrer Energie- und Wassereffizienz verpflichten. Das Kennzeichnungssystem soll den Ressourcenverbrauch transparenter machen und gilt für Anlagen ab einer festgelegten Leistung.
Die Kommission legte den Vorschlag am 21. September 2026 vor, berichtete Reuters. Betreiber von Rechenzentren ab 500 Kilowatt, also Anlagen mit mindestens 0,5 Megawatt Leistung, müssten ihre Effizienz nach einem EU-System ausweisen. Grenzwerte für Energie- oder Wasserverbrauch sieht der Entwurf nicht vor. Auch der gesamte Stromverbrauch müsste nicht veröffentlicht werden.
Wasserstress und Abwärme
Betreiber müssten den Wasserverbrauch zum örtlichen Wasserstress ins Verhältnis setzen. Außerdem sollen sie angeben, ob ihre Anlagen das lokale Energiesystem unterstützen können. Als Beispiel nennt die Kommission die Wiederverwendung von Abwärme. Die Kennzeichnung soll Unternehmen zu effizienteren Rechenzentren bewegen.
Kapazität steigt auf 28 Gigawatt
Rechenzentren verursachen derzeit rund 2,5 Prozent des Stromverbrauchs in der EU. Bis 2030 soll ihre Kapazität von 12 auf 28 Gigawatt steigen. Zugleich will die EU ihre Rechenzentrumskapazität binnen sieben Jahren verdreifachen. Damit soll die Entwicklung künstlicher Intelligenz unterstützt und die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen verringert werden.
Mindeststandards in Vorbereitung
Die Kennzeichnung kann verpflichtenden Mindeststandards für Wasser- und Energieeffizienz vorausgehen. Die EU entwickelt solche Vorgaben bereits. Mitgliedstaaten und Gesetzgeber können dem Vorschlag innerhalb von zwei Monaten widersprechen. Ohne Einwände treten die Regeln anschließend in Kraft.
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