Cohere und Aleph Alpha besiegeln Fusion für Unternehmens-KI

Cohere und Aleph Alpha besiegeln Fusion für Unternehmens-KI
Illustration erstellt mit KI-Bildgenerierung

Cohere und Aleph Alpha haben ihre Fusion verbindlich vereinbart. Das gemeinsame Unternehmen soll regulierbare KI-Systeme für Firmen und Behörden anbieten, die innerhalb kundeneigener Infrastruktur arbeiten.

Die Unternehmen unterzeichneten die Vereinbarung am 16. September 2026, berichtete Reuters. Das fusionierte Unternehmen firmiert als Cohere und erhält Hauptsitze in Toronto und Berlin. Aleph Alphas Standort Heidelberg konzentriert sich künftig auf Forschung. Co-Geschäftsführer Ilhan Scheer übernimmt bei Cohere die Position des operativen Geschäftsführers.

Schwarz-Gruppe investiert 500 Millionen Euro

Der im April vorgestellte Zusammenschluss war damals mit rund 20 Milliarden US-Dollar bewertet. Das entsprach 17,34 Milliarden Euro. Die Schwarz-Gruppe investiert 500 Millionen Euro in das neue Unternehmen. Aktuelle finanzielle Bedingungen veröffentlichten die Beteiligten nicht. Die Transaktion benötigt noch behördliche Genehmigungen.

Die Schwarz-Gruppe stellt über ihre Cloud-Sparte StackIT außerdem Rechenkapazität bereit. Der Handelskonzern investiert zwischen 11 Milliarden und 13 Milliarden Euro in einen deutschen Rechenzentrumskomplex. Dort sollen bis zu 100.000 KI-Chips Platz finden.

Command läuft in eigener Infrastruktur

Cohere entwickelt Command, eine Familie quelloffener KI-Modelle, deren Programmcode öffentlich einsehbar ist. Diese Modelle laufen innerhalb der Rechenumgebung eines Kunden. Cohere richtet das Angebot an Unternehmen, Regierungen und öffentliche Verwaltungen. Aleph Alpha konzentrierte sich zuletzt stärker auf Software zur Einbindung künstlicher Intelligenz. Zuvor hatte das Heidelberger Unternehmen die Entwicklung führender KI-Modelle zurückgefahren. Mitgründer Jonas Andrulis verließ das Unternehmen Anfang 2026, nachdem er 2025 die Geschäftsführung abgegeben hatte.

Nach Angaben beider Unternehmen wächst die Nachfrage nach Systemen für kundeneigene Infrastruktur. Diese sollen zugleich örtliche regulatorische Anforderungen erfüllen. Cohere erzielte im vergangenen Jahr 240 Millionen US-Dollar jährlich wiederkehrende Erlöse, also Einnahmen aus fortlaufenden Verträgen. Aleph Alpha verbuchte laut den jüngsten öffentlichen Abschlüssen 2023 weniger als eine Million Euro Umsatz.

Mistral sammelt drei Milliarden Euro ein

Auch andere europäische KI-Anbieter erhielten zuletzt neues Kapital. Mistral nahm in der Vorwoche drei Milliarden Euro ein. Die Bewertung des europäischen Modellentwicklers lag dabei über 21 Milliarden Euro.

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