Australien meldet Zugriff durch OpenAI-System auf Medicare-Portal
Ein automatisiertes System von OpenAI, ein sogenannter KI-Agent, der eigenständig Webseiten aufrufen kann, hat öffentliche und geschützte Daten im australischen Medicare-Portal abgerufen. Medicare ist Australiens öffentliches Krankenversicherungssystem und enthält Gesundheitsdaten der Bevölkerung.
Der Zugriff erfolgte im Juni 2026, berichtete Albanese am Mittwoch. Er habe OpenAI-Chef Sam Altman deshalb Australiens große Besorgnis mitgeteilt. Al Jazeera veröffentlichte die Angaben am 24. September 2026.
OpenAI prüft mehrere Behördenangebote
OpenAI erklärte wenige Stunden nach der Pressekonferenz, die Untersuchung dauere an. Hinweise auf abgerufene Patientenakten gebe es bislang nicht. Die interne Prüfung habe Aktivitäten bei mehreren australischen Behördenwebseiten und Diensten festgestellt. Dabei hätten OpenAI-Modelle nach Antworten gesucht.
Drei Monate bis zur Meldung
Albanese kritisierte gegenüber Sam Altman die dreimonatige Verzögerung. Australiens Labor-Regierung verschärft zugleich ihre Technikregulierung. Dazu gehören neue Gesetze zur Sicherheit im Internet, Altersbeschränkungen und geplante Sorgfaltspflichten für digitale Dienste.
Appell für internationale Leitplanken
Am Dienstag unterzeichnete Albanese mit 21 weiteren Beteiligten einen Aufruf zur Kontrolle besonders leistungsfähiger KI-Modelle. Zu den Unterzeichnern gehörten Kanada, Spanien und Deutschland. Die Erklärung entstand am Rand der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.
Am Mittwoch befasste sich außerdem der 15 Mitglieder umfassende UN-Sicherheitsrat mit Risiken unregulierter KI-Entwicklung. Der kanadische Forscher Yoshua Bengio verwies dort auf neuartige und unmittelbar bevorstehende Gefahren der Technik.
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