Anthropic veröffentlicht Claude Haiku 5.5 und senkt Kosten für Routineaufgaben

Anthropic veröffentlicht Claude Haiku 5.5 und senkt Kosten für Routineaufgaben
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Anthropic hat Claude Haiku 5.5 aus der kleinsten Modellreihe der Claude-Familie für umfangreiche, kostenempfindliche Routinearbeiten veröffentlicht. Begleitend verbilligt der Anbieter die Nutzung seines größeren Modells Sonnet und kündigt monatliche Guthaben für die Entwicklung eigener Anwendungen mit seiner Programmierschnittstelle an.

Das neue KI-Modell ist seit dem 7. Oktober 2026 verfügbar, teilte Anthropic mit. Die durchschnittlichen Betriebskosten liegen nach Anbieterangaben rund 75 Prozent unter denen des Vorgängers Haiku 4.5. Als Einsatzbereiche nennt Anthropic Zusammenfassungen, Datenbankabfragen, Klassifizierungen sowie zeitkritischen Kundendienst und Browserbedienung. Das Modell kann außerdem abgegrenzte Programmieraufgaben für die größeren Modelle der Claude-Familie, Opus 5.5 und Sonnet 5.5, übernehmen. Erstmals lässt sich bei einem Haiku-Modell der Bearbeitungsaufwand einstellen, um Kosten oder Leistungsfähigkeit zu priorisieren.

Niedrigere Preise für kurze Eingaben

Bis 100.000 Token kostet Haiku 5.5 je Million Eingabe-Token 0,10 US-Dollar und je Million Ausgabe-Token 0,50 US-Dollar. Token sind die Einheiten, nach denen Anthropic die Textverarbeitung abrechnet. Oberhalb dieser Eingabelänge steigen die Preise auf 0,50 beziehungsweise 2,50 US-Dollar. Die günstigere Größenklasse umfasste rund 90 Prozent der Anfragen an das Vorgängermodell. Bei Sonnet 5.5 halbiert Anthropic den Preis für das Lesen zwischengespeicherter Inhalte auf 0,10 US-Dollar je Million Token. Dabei werden bereits verarbeitete Eingaben wiederverwendet, um Rechenaufwand zu sparen. Automatisierte Aufgaben kosten dadurch laut Anbieter meist rund 20 Prozent weniger.

Asana-Entwickler Aaron Vinh berichtet von über 30 Prozent kürzeren Bearbeitungszeiten bei Tests mit dem KI-Assistentenprodukt AI Teammates. Die Aufgaben umfassten Fehlerzuordnung, Projekteinrichtung und die Suche nach gefährdeten oder überfälligen Arbeiten. HubSpot-Entwickler Ze’ev Klapow nennt einen Durchschnittswert von 92,8 Prozent über drei Testdurchläufe mit Aufgaben zur Kundenverwaltung. Bei der Prüfung veralteter, mehrdeutiger Datensätze erzielte das Modell laut Klapow zugleich die höchste Trefferquote und niedrigste Fehlalarmquote. Es erkannte also den höchsten Anteil tatsächlich veralteter Datensätze und stufte den geringsten Anteil nicht veralteter Datensätze fälschlich als veraltet ein.

Guthaben für eigene KI-Anwendungen

Haiku 5.5 steht unter anderem über Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure bereit. Auf der Claude Platform, Anthropics Entwicklerplattform, lautet die Modellkennung claude-haiku-5-5. Für diese Plattform kündigt Anthropic noch diese Woche monatliche Guthaben zur Nutzung der Programmierschnittstelle an. Im kostenpflichtigen Abonnementtarif Max 5x betragen sie 100 US-Dollar, beim ebenfalls kostenpflichtigen Tarif Max 20x 200 US-Dollar. Team-Abonnenten erhalten bis zu 500 US-Dollar, gemeinsam nutzbar über ihre Nutzerkonten. Die Guthaben gelten für sämtliche Modelle des Anbieters.

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