Anthropic kündigt Enterprise Frontier Safeguards für Claude und große Cloud-Plattformen an

Anthropic kündigt Enterprise Frontier Safeguards für Claude und große Cloud-Plattformen an
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Anthropic führt mit Enterprise Frontier Safeguards eine neue Schutzarchitektur für Unternehmenskunden ein. Das System soll die bisherige Nullspeicherung von Daten mit automatisierter Missbrauchserkennung verbinden und dabei Protokolle in der Cloud-Infrastruktur der Kunden belassen.

Der Anbieter kündigte die Einführung am 1. September 2026 an. Die Auslieferung soll stufenweise später im Herbst beginnen. Bis dahin erhalten berechtigte Kunden laut Anthropic Nullspeicherung für Fable 5 und Fable 5.1. Enterprise Frontier Safeguards, kurz EFS, wurde nach Angaben des Unternehmens mit mehr als 100 Kunden entwickelt. Beteiligt waren auch Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure.

Protokolle bleiben beim Kunden

EFS speichert Aktivitätsdaten für die Überwachung in einer vom Kunden kontrollierten Cloud-Umgebung statt bei Anthropic. Genannt werden dabei Amazon S3, Azure Blob Storage und Google Cloud Storage. Die Kunden verwalten Verschlüsselungsschlüssel, Zugriffsrichtlinien und Prüfprotokolle selbst. Unterstützt werden sollen Claude Code, Claude Enterprise, die Claude Platform, Amazon Bedrock, Claude Platform on AWS, Google’s Agent Platform und Microsoft Foundry, wie Anthropic erläutert.

Hintergrund ist eine Änderung aus den vergangenen Monaten. Anthropic hatte mit Fable 5 eine Datenspeicherung von 30 Tagen eingeführt, um Missbrauch über mehrere Sitzungen und Konten hinweg erkennen zu können. Das Unternehmen begründet dies mit Fällen von Betrug, komplexen Cyberangriffen und gestohlenen Zugangsdaten. Für regulierte Branchen sei diese Form der Speicherung jedoch schwer nutzbar gewesen.

Automatisierte Prüfung ohne Anthropic-Personal

Nach dem neuen Modell analysieren automatisierte Systeme ein rollierendes Zeitfenster des Datenverkehrs auf schwere Missbrauchssignale. Dazu zählt Anthropic Versuche zum Aufbau offensiver Cyber- oder Biologie-Fähigkeiten sowie Hinweise auf gestohlene oder offengelegte Zugangsdaten. Auffälligkeiten gehen direkt an den Kunden. Eine menschliche Prüfung durch Anthropic ist laut Anbieter nicht erforderlich.

Banken und regulierte Branchen

Anthropic nennt als Partner unter anderem das Analysis and Resilience Center for Systemic Risk sowie Unternehmen wie Comcast, KPMG, Mastercard, Salesforce und Visa. Die Gespräche hätten ein Viertel der Fortune 100, alle global systemrelevanten US-Banken und nahezu jede regulierte Branche umfasst. Der Rollout von Enterprise Frontier Safeguards soll später im Herbst 2026 beginnen.

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