Angriffswelle in Japan trifft Unternehmen und öffentliche Einrichtungen

Angriffswelle in Japan trifft Unternehmen und öffentliche Einrichtungen
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Eine Serie von Cyberangriffen hat in Japan Unternehmen und öffentliche Einrichtungen getroffen. Fachleute sehen künstliche Intelligenz als möglichen Verstärker. Die Angreifer legten Dienste lahm und erbeuteten persönliche Daten, darunter sensible Identitätsnachweise.

Die New York Times berichtete am 13. Oktober 2026 über die Angriffswelle der vergangenen Wochen. Eine dort angeführte Untersuchung des Sicherheitssoftwareanbieters TrendAI erfasste 600 gemeldete Cyberangriffe in den ersten neun Monaten des Jahres. Damit überstieg die Zahl bereits den Gesamtwert von 2025. Hacker manipulierten Server, schalteten kommunale Internetseiten ab und verschafften sich Zugang zu umfangreichen Verbraucherdaten.

Erpressung und Verkauf gestohlener Daten

Fachleute halten finanzielle Motive für am wahrscheinlichsten. Nach Betriebsunterbrechungen könnten Angreifer Lösegeld von Unternehmen und Kommunen erpressen oder gestohlene Informationen verkaufen. Katsunari Yoshioka, Professor für Systemsicherheit an der Nationaluniversität Yokohama, warnte vor Ausfällen gesellschaftlich wichtiger Dienste. Japans ehemaliger Digitalminister Masaaki Taira bezeichnete die Lage am Freitag als digitalen Notstand. Taira leitet einen Cybersicherheitsausschuss der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP).

SoftBank-Betreiber und Carsharing betroffen

Ein Angriff mit Erpressungssoftware auf einen Anbieter von Rechenleistung und Speicher über das Internet im Besitz von SoftBank betraf fast 500 Unternehmen und Kommunalverwaltungen. Dazu gehörten ein Bahnbetreiber und eine Polizeizentrale. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen musste außerdem eine öffentliche Universität nach Serverangriffen eine Woche lang Lehrveranstaltungen absagen. Ein Carsharing-Dienst meldete mehr als eine Million abgeflossene persönliche Dokumente, darunter Führerscheinfotos und Wohnadressen.

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